Distanzleiste
Verarbeitungshinweise

Verarbeitungshinweise bei Holzterrassen

Aufgrund immer wieder auftretender Problematiken beim Einsatz von Tropen- (Harthölzern) verweisen wir an dieser Stelle auf einige Empfehlungen, die die Problematiken verringern. Generell verweisen wir allerdings auf die Empfehlungen des Holzvertreibers, da innerhalb gleicher Holzsorten extreme Schwankungen im Verhalten des Holzes auftreten können.
Gerade bei Bankiraiholz gibt es viele Unterschiede, die zu diversen Problemen in Bezug
auf das Abreißen von Schrauben führen können.

Bei eigenen Untersuchungen haben wir festgestellt, dass es Bankiraihölzer gibt, die bei einer Breite von 140 mm bis zu 7 mm Materialzuwachs und Schwund (je nach Feuchtegrad) aufweisen. Bei einer Verschraubung von oben durch die Dielen wird in den meisten Fällen ein Schraubenpaar empfohlen.

Wird die Diele nun direkt auf die Unterkonstruktion gesetzt und verschieben sich die Bretter um ca 3,5 mm, führte dies in einigen Fällen dazu, dass die Schrauben abgeschert wurden. Das Holz lässt der Schraube keine Möglichkeit, die Bewegung aufzunehmen da es durch seine Dichte kaum komprimiert werden kann.
Obwohl heutzutage Schrauben einen entsprechenden Biegewinkel aufweisen, wirken direkt aufeinander liegende Harthölzer wie Abschermodule, die bei einer Veränderung des Holzes, (Bretthälfte = Verschiebung 3,5 mm = dies entspricht ca. der Schraubenstärke bei 5 mm Schrauben, die min. bei Tropenhölzern verwendet werden sollen) Schrauben über den Querschnitt abscheren.

Hieraus abzuleiten wäre u. U. eine Verschraubung in der Dielenmitte. Leider haben Tropenhölzer eine extrem hohe Eigenspannung, die dazu führt, dass die Bretter twisten (schüsseln), was in den meisten Fällen eine paarweise Verschraubung erfordert. Ein häufiger Fehler sind zu geringe Schraubenabstände in Bezug auf die Länge der Dielen. Die dauerhaftesten Ergebnisse haben wir bisher erzielt, wenn der Schraub-Abstand (bzw. die Unterkonstruktion) maximal 50 cm beträgt.

Sehr hilfreich hierbei ist auch ein Unterlegen eines Distanzhalters.

Hierdurch haben die Schrauben die Möglichkeit Biegung aufzunehmen. Die Gefahr des Abscherens ist deutlich verringert. Zusätzlich verringert man durch das Unterlegen deutlich den Alterungsprozess, da an den Auflagepunkten die Feuchtigkeit deutlich verringert wird. Zu Beachten ist allerdings der  Schrumpfungsprozess des Holzes, der dazu führen kann, dass sich die Hölzer lösen.
Bei problematischen Hölzern ist es immer besser die Hölzer vorzubohren.
Dies verhindert ein Reißen der Hölzer, da Tropenhölzer in der Regel sehr spröde sind. Bei den Randabständen ist darauf zu achten, dass mindestens 12 cm Abstand vom Dielenende eingehalten werden.
(Hinweis: Die Dielen können auf Grund der hohen Eigenspannung auch im Nachhinein an den Enden und innerhalb der Dielen aufreißen. Das Gleiche gilt für thermisch behandelte Hölzer).


Schrauben Stahl verzinkt:

Bei den Schrauben werden unterschiedliche Qualitäten angeboten. Je nach Anwendungsfall werden unterschiedliche Schrauben angeboten.

Abzuraten ist in jedem Fall von verzinkten Schrauben. Bei verzinkten Schrauben besteht die Gefahr, dass neben den Witterungseinflüssen, die Gerbsäure des Holzes dazu führt, das die Befestiger innerhalb kürzester Zeit enorm korrodiert sind.


Schrauben Sonderbeschichtet:

Hierbei gibt es die unterschiedlichsten Möglichkeiten. Uns bekannt sind derzeit verschiedene Oberflächen wie bsw. Dacromet , wobei gerade in Kombination mit druckimprägnierten Hölzern der Unterkonstruktion und Gerbsäuren der Hölzer diverse chemische Prozesse entstehen, die zu einer schnellen Korrosion innerhalb der Hölzer führen können. Gerade bei einer Verletzung der Oberflächenbeschichtung besteht kein ausreichender Korrosionsschutz. Diese sind aus unserer Sicht nur bei temporären Objekten einzusetzen, da sie deutlich wirtschaftlicher sind.


Martensitische Edelstähle der Klasse C:

Bei Schrauben aus martensitischen Edelstählen besteht der große Vorteil, dass sie durch eine nachträgliche thermische Behandlung mechanische Eigenschaften wie Kohlenstoffschrauben aufweisen. Mit diesem Material können deutlich höhere Bruchdrehmomente erzeugt werden, als bei gleichartigen austenitischen Edelstählen. Einzusetzen sind die Martensitischen Edelstahl Schrauben lt Stahlschlüssel in den Bewitterungsgebieten ähnlich dem austenitischer Edelstahl A2. Nachteilig ist wie auch beim A2, das Korrosionsverhalten unter Zugabe von Salzen und Säuren. Die Martensitischen Edelstahl Schrauben sind nicht einzusetzen bei Bauten, die in aggressiven Atmosphären errichtet werden.
Unter diesen Bedingungen sind laut Stahlschlüssel austenitische Edelstähle der Klasse A4 = rost- und säurebeständig einzusetzen.


Austenitische Edelstähle:

Austenitische Edelstähle haben den Nachteil, dass sie nur begrenzte Drehmomente aufweisen. Hierdurch kommt es häufig schon beim Verschrauben zu Schraubenabrissen. Schrauben aus diesem Material müssen in der Regel vorgebohrt werden. Es gibt Holzarten, bei denen es absolut erforderlich ist, Edelstahl A 4 einzusetzen, da es sonst zu einer Oxidation des Holzes kommt. Hierbei handelt es sich um Hölzer mit extrem hohen Gerbsäureanteilen (z.B. Zeder, Eiche). Zu beachten ist allerdings, dass auch diese bei bestimmten Bauten nicht einzusetzen sind. So sind diese Edelstähle nicht chlorresistent  (Schwimmbadbau).
Bei Schwimmbädern ist immer der Einzelfall zu betrachten.
Aufgrund immer wieder auftretender Problematiken beim Einsatz von Tropen- (Harthölzern) verweisen wir an dieser Stelle auf einige Empfehlungen, die die Problematiken verringern. Generell verweisen wir allerdings auf die Empfehlungen des Holzvertreibers, da innerhalb gleicher Holzsorten extreme Schwankungen im Verhalten des Holzes auftreten können. Gerade bei Bankiraiholz gibt es viele Unterschiede, die zu diversen Problemen in Bezug auf das Abreißen von Schrauben führen können.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Fa. E.u.r.o.Tec GmbH, D-58093 Hagen